Capitulare de villis vel curtis imperri

Die Zeit der monothematischen Beete ist bei den echten Gartenliebhabern vorbei.

Ein Gutdurchdachtes kunterbuntes Miteinander ist wieder in  den Garten eingezogen. Sie wundern sich bei dieser Aussage, denn Sie sehen immer mehr Gärten welche nur aus Kies und 2 oder 3 Pflanzen bestehen, doch das täuscht. Nie zuvor gab es solch ein Vielzahl an hoch attraktiven Gemüsen wie heute. Ob der Schnittsalat Redlo mit seinen intensiv rot gefärbte Blätter, die attraktiv gezackt sind  oder der Eichblattsalat Navara , welcher eine traumhaft schöne Farbe und zarte Blätter hat, sich bunt zwischen den Ringelblumen tummeln oder der rote, gelbe, grüne Mangold mit purpurnen, goldenen und schneeweißen Adern und Stielen sich auf freundlichste mit der Kapuzinerkresse verbindet, alles ist erlaubt und gewünscht. Zum Beispiel Chinese-Nelken, die ein- bis zweijährig sind, Bartnelken welche rosarot schwebenden, dicken Blütenpompons  gleichen und  blühen von Mai bis zum Frost, wenn Sie ihnen einen sonnigen lufttrockenen Platz zuweisen. Diesen Standort lieben auch viele Mediterrane Kräuter und so leben diese alle in netter Gemeinschaft auf dem locker durchlässige Boden. Rosmarin, Salbei und Currykraut mit den Nelken. Noch farbenprächtiger und schmackhafter wird es wenn man sich an den ornamentalen Küchengarten des Renaissance-Schlosses Villandry an der Loire ein Vorbild nimmt. Nicht an der Form des Gartens sondern auch am gekonnten Einsatz der schönsten Gemüse mit Blumen. Zum Beispiel ein blauer Lauch, der standfeste Herbstlauch Alcazar welcher sich  mit dem dramatisch roten Rotkohl  und den  puscheligen hellgrün der super Möhre 'Krakow' vebindet. Allein das ist schon für das Auge ein Genuss. Bedeckt man die leeren Flächen zudem mit Hängepetunien, ist der Garten zu einem Kunstwerk geworden. Oder wie es in  Capitulare de villis vel curtis imperri heißt,  die Karl der Große erließ,  Schönes und Nützliches sich immer verbinden soll, schön dient dem Herrgott und der Seele. Gleichzeitig ruft es den Segen herab auf Obst, Gemüse und Kräuter, die man so notwendig zum Leben brauchte. 

Meine Erfahrung nach sind das weise Worte, denn wo viele Blumen blühen kommen viele Insekten befruchten das Obst und Gemüse und wir haben einen Garten welcher ein klein wenig für uns das Paradies auf Erden ist.

Impressionen