Der Juli reine Poesie

Ist er heiß, ist er richtig, der Juli, ist er doch das Herrchen der Hundstage, die Kalendertage vom 23. Juli bis zum 23. August. Während dieses Zeitraumes steht die Sonne in der Nähe des Sirius, dem Hundsstern, und dieses sind meistens die heißesten Tage im Jahr. Doch diesen Tagen geht  eine Zeit voraus, welche uns die Leichtigkeit des Seins wie kein anderer Monat überreicht.  Schon von den Angelsachsen als blühender Monat benannt, Moed-monad, abgeleitet von meadows, der Monat der süßen warmen goldenen Leichtigkeit. Die Sonne streicht die Blumen in meinem Garten in sonnige Farben. Steppenstauden geben den Gräsern auf ihren eleganten Stängeln den leichten Tanz des Windes vor. Calla, Lilien, Indische Blumenrohr Gladiolen, die Zwiebeln des Sommers, zaubern reichlich Farbe ins Beet oder im Kübel auf Terrasse und Balkon. Sanft und warm tanzen die Blumen nach der Melodie des Sommers. Bunte Wiesen laden ein, sich mit köstlichen frischen Früchten zu einem Picknick nieder zulassen oder einfach nur dem Zirpen der Grillen zu lauschen. Ist dieses eigentlich schon Geschenk genug, die Freiheit und Leichtigkeit mit der Natur aufs engste verbunden zu sein, so werden wir doch noch unendlich mehr beschenkt. Das Füllhorn des Lebens wird uns nun geschenkt, ist der Juli doch mit Blumen und Früchten aufs üppigste gefüllt und steht für Fruchtbarkeit, Reichtum und Überfluss.

Überfluss kann auch vom Regen kommen, kostbar dieses Jahr, dürsten doch die Bäume nach langen feuchten Zeiten, nach diesem trockenen Frühling.

Sinnvoll und überlegt ist hier die Achtsamkeit mit dem existentiellstem Gut der Erde. Wir wissen, dass alles endlich ist und das hilft uns zu verstehen, dass wir im Garten, obwohl er unserer ganzen Fürsorge sicher ist, kein aufwändig aufbereitetes Trinkwasser einsetzen sollte um der Pflanzen Durst zu löschen. Den Blumen aufmerksam ins lebendige Gesicht schauen, hilft schon viel kostbares Wasser zu sparen. Kecke grüne starke Blätter und aufrecht stehende strahlenden Blüten sind Wasser satt, während graue Schlappheit von arger Bedrängnis erzählt. Sind Pflanzen nicht auch ein wenig wie unsere Kinder, so laufen wir auch hier, aufgrund unserer großen emotionalen Verbundenheit, Gefahr sie zu verwöhnen. Durchdringendes Erd durchlaufendes Wässern, in großen Abständen, regt auch die sensibelste Schönheit in unserem Garten an, sich in tiefe Regionen zu verwurzeln und ein elementares Netz aus wunderschönen feinen Haarwurzeln zu bilden. So mancher Garten erwartet aber mehr von uns, gestaltet im Prinzip der Vielfalt, mit vielen Beeten und Gehölzen, wird Wässern zur Anstrengung. Lassen Sie sich verführen von neuen Systemen. Tropfbewässerungssysteme arbeiten seit vielen Jahren mit bestem Erfolg. Der Verbrauch der wertvollen Ressource Trinkwasser kann damit um 30 – 50 Prozent gesenkt werden. Oder wir hoffen auf einen Sommerregen um ihn so warm und unglaublich sinnlich auf der Haut erfrischend zu genießen. Regen bedeutet barfuss durch Regenpfützen laufen und sich berieseln zu lassen. Nicht von den Medien nein von den Konzerten der Natur. In lauen Sommernächten, ehrfürchtig die Sinne schärfen, herzöffnend der Gesang der Nachtigall, begleiten etwa die Grillen mit ihrem Zirpen das Konzert der Frösche. Schön ist es dieser Perfektion sich hinzugeben.

Impressionen