Der Oktober

Morgens wenn im Oktober die Nebel sich langsam mit der Sonne vereinen und die Welt sich anfühlt wie in Watte gepackt merke ich ganz stark, dass wir eine tiefe Sehnsucht nach zarten, liebevollen Klängen haben, in dieser manchmal rauen, eckigen und mechanischen Welt. Der Oktober ist der Monat der sanften Farben, die leicht und licht miteinander spielen, es sind meine Freunde für eine wunderbar fließende Kreativität.

Was kaum zu sehen war erscheint im auftauchenden Licht, offenbart durch die kleinen zurückgebliebenen Nebeltröpfchen, nun als Kunstwerk der Natur.

Spinnennetze kühn gespannt zwischen den Zweigen glitzern sie gefährlich schön im frischen Morgen. Und nur hier erleben sie die Metamorphose von Nutzen und Schönheit. In meinem Haus würde ich ein Spinnennetz nicht als Naturkunstwerk erkennen. Der Garten verändert, verzaubert vieles zu einer neuen wichtigen Bedeutung.

Es gibt ein wundervolles Gartengebet über das was nun weniger und damit wichtiger im Garten geworden ist, für alle die dem göttlichen der Natur Worte schenken möchten.

Der Sommer ist aus dem Garten,

aber erließ viel zurück

Weniger mehr genießen,

das können wir jetzt lernen.

Die letzten Rosen duften noch

Und Laub leuchtet wie ein Teppich.

Nie genießen wir so sehr die Sonne

und wie Smaragde leuchtet das Moos

Ich freue mich an den roten Beeren

Und an dem saftigen Farnkraut

Alles, was knapp wird, ist kostbar.

Gib uns die richtige Sicht!

Dass wir nicht pausenlos jammern

Über das, was vergangen ist.

Hilf uns in Erinnerungen schwelgen

Wie reichlich hast du gegeben

Und gibst immer noch genug.

( Gerhard Dane)

Impressionen