Der Frühling kommt und lädt ein zum philosophieren

Schöpferisches Durcheinander hüpft frühlingshaft durch meinen Garten.
Glück ist es, wenn man dieser Tage nicht alles von Beikräuter befreit hat, denn dann kann die Natur
als Schöpfer schönster Bilder kreativ werden und mein geschaffenes Bild abrunden.
Ganzheitliches Glück breitet sich von meinem Innersten in ein strahlendes Lächeln aus. April, dessen
Namen vom griechischen Wort für„Öffnung„ stammt, öffnet wieder Türen und
Fenster und lädt ein, den wunderbarduftenden und blühenden Garten als grünes Wohnzimmer zu
besetzen. Der NaturRaum geben, sie zu hören, schärft unsere Wahrnehmung für das hier und jetzt.
„Der Lerche Lied aus Himmelshöh`n
Weckt fröhlich auf den Tag,
Und Amselschlag um Mittag ruft
Des Waldes Echo wach;
Der Drossel sanfte Weise singt
Den Tag in Schlummer ein:
Sie flattern frei und sorgenlos,
Froh durch den grünen Hain.
Am Ufer blüh`n die Lilien jetzt,
Die Primeln an den Höh`n,
Aus Schluchten glänzt der Hagedorn,
und milchweiß sind die Schleh`n.“ (Burns)
 
Diese Aufmerksamkeit führt auch dazu, dass wir, wenn wir imeigenen Garten gestalten, feststellen, dass in
dem gestalteten Raum nicht alles zusammen passt.
Zuviel, zu bunt oder zu monoton verwirrt das Auge und wir könnenden Garten nicht genießen.
Wie alles im Leben machen die Kontraste die einzelnen Elementesichtbarer. So schmeichelt sich der klassische
Mixed Border mit einem grünenRasen, oder eine bunte Wiese liebt die Ruhe eines Holzdecks. Mischkultur,
ein wunderbarer Ausdruck für gegenseitige Hilfe, umringt sich gerne mit sattemgrünen Buchs. 
Lebendigkeit und Vielfalt ist es, was wir im Garten brauchen. Gestalten wir unser kleines Paradies, so dass
sich die Natur bei uns als gerngesehener Gast fühlt, werden wir mit wunderbaren Gastgeschenken belohnt.
Wir lassen einen Platz für die Brennnessel im Garten und wenn wir sie bezähmt in einem Eimer mit
abgeschnittenem Boden einpflanzen, sowerden bald wunderschöne Schmetterlinge unseren Garten in ein
Zauberland verwandeln.
Apropos verwandeln, Madame Brennnessel ist nicht nur für dieSchmetterlinge gut, der Volksmund munkelt die
Brennnessel ist eineFrühjahrsgefühlpflanze.
Und das zu recht. Manche Kräuter wie auch die Samen der Brennnesselregen die sexuellen Energien im
Körper an und bringen sie zum Schwingen. Diese aphrodisierendeAufgabe erfüllen die Brennnesseln
besonders gut, wenn sie in wohlschmeckendem Alkohol angesetzt sind. Also Brennnesselsamen, die in einem guten
Obstbrand eingelegt werden, sind schon fast ein Zaubermittel.
Zauberhaft sind all die Tulpen und Narzissen, die nun den Garten besiedeln. Allen verblühten sollten wir,
nicht da sie sich etwa schlecht benommen haben, den Kopf abreißen, sondern um die Samenbildung
zuverhindern. Nun heißt es an die Sommer blühenden Zwiebelpflanzen zu denken,damit die
Blütenpracht im Garten kein Ende nimmt. Das Schöne ist seit den letzten Jahren, kann man so richtig
in einer unglaublich bunten Auswahl schwelgen,man möchte zuviel haben. Direkt neben die ablebenden
Frühlingsblümchen, welche ja noch lange ihr welkendes Laub brauchen, werden zur Verschönerung
riesige Pulks von Zwiebeln und Knollen der Gladiolen, Lilien, Ranunkeln, Schopflilienund Sommerhyazinthen in
die Beete gepflanzt. Es ist wie die Skizze eines Meisterwerks, welches erst angedeutet wird und dann, wenn es
sich mit Farbefüllt, dem Betrachter offenbart. Andere Schönheiten aus fernen Ländern
dürfen noch nicht in den Garten wie zum Beispiel Begonien und Dahlien, sie sind ein wenig fröstelig
und werden erst nach den Eisheiligen ausgepflanzt. Aber da wirleidenschaftlichen Gärtner ja ein wenig zu
Ungeduld neigen, können wir der Natur ein kleines Zeitfenster stehlen und sie im Haus vortreiben. Das ist
sehr einfach: An einen luftigen, hellen Platz bei ca. 15 Grad und regelmäßiggegossen, beginnen die
Sommergrazien recht schnell mit dem treiben. So hat man bis zu den Eisheiligen eine kostbaren Vorsprung und
kann schon richtig großePflanzen in den Garten setzen. Oder natürlich auch für den Balkon.
Möchte mantraumhafte Dahlien und Gladiolen auf dem Balkon haben, sollte man auf klein bleibende Sorten
achten, diese eignen sich ausgezeichnet für Kübel. Lassen Sie sich aufdem Balkon doch mal von der
Canna überraschen. Je nach Sorte werden sie 30 bis200 cm hoch und blühen von Juni - August in
Weiß, Gelb, Orange, Lachsrosa odertiefem Rot. Interessant sind auch die zweifarbigen Sorten. Die
Blätter sind rotbraun oder sattgrün. Cannas kann man auch sehr gut vorziehen und ich liebe sie. Wie
bei all unseren Sommer begleitenden Zwiebeln und Knollen ist auf einebesondere Fußpflege zu achten.
Werden die Zwiebeln oder Knollen in Gefäßegepflanzt, müssen diese unbedingt ausreichend
große Löcher im Boden haben,damit überschüssiges Gieß- und Regenwasser ungehindert
abfließen kann. Sonst gibt es einen Pilzbefall und das ist oft tödlich,kaum etwas kann trauriger
sein als ein sterbendes Blütenmeer.
Apropos Blütenmeer, wer seinen Pflanzen nun jeeine Handvoll lebendigsten Kompost schenk, wird das Wunder
der Wandlung erleben. Das was einmal blühend und stark war und nun vergangen wieder zu Erde wurde, wird die
neuen Pflanzen seine Kraft schenken und diese unglaublich schön zum erblühen bringen.






Impressionen