Tu es im Juli

Ich liebe es, wenn er endlich da ist, wenn es heiß ist draußen im Garten, ich liebe den Juli  Die heißesten Tage im Jahreslauf gibt es meist an den Hundstagen zwischen dem 23. Juli und dem 23. August. In diesen Wochen steht die Sonne in der Nähe des Sirius, dem Hundsstern. Vor und nach dieser heißen Phase ist die schönste Zeit des Sommers, die Wochen der süßen, warmen, goldenen Leichtigkeit. Es ist die Zeit, in der der Tag einem wie warmer Honig durch die Hände fließt.

Die Sonne taucht die Blumen in meinem Garten in sonnigste Farben. Steppenstauden geben den Gräsern auf ihren eleganten Stängeln den leichten Tanz des Windes vor. Calla, Lilien, Indisches Blumenrohr und die anderen Zwiebeln des Sommers zaubern reichlich Farbe ins Beet. Sanft und warm tanzen die Blumen nach der Melodie des Sommers. Schmetterlinge treffen sich wie verabredet zum sommerlichen Picknick ein auf den violetten Blüten der Buddleia. Bunte Wiesen laden ein, sich mit frischen Früchten zu einem Picknick niederzulassen oder einfach nur dem Zirpen der Grillen zu lauschen. Man könnte fast sagen, ein Spektakel findet draußen statt, wenn es nur nicht so luftig leise wäre …

Ist dieses heiter-leichte Lebensgefühl nicht schon Geschenk genug? Für den Sommer nicht, denn er beschenkt uns noch mehr: Sein Füllhorn ist mit Blumen und Früchten aufs üppigste gefüllt, sein Name steht für FruchtbarkeitReichtum und Überfluss. Bedienen Sie sich an den Geschenken der Natur, es ist die beste Zeit Kräuter auf Wiese und im Garten zu sammeln. Trocknen Sie diese an schattigen und luftigen Plätzen und füllen Sie die Kräuter, wenn sie sich leicht zerreiben lassen, in dunkle Gläser.

Doch auch frisch werden Blüten und Kräuter für mich in der Mittagshitze zum Erfrischungskick.  Ich pflücke mir so gerne Minze und Malvenblüten, übergieße diese mit blubbernd kochendem Wasser, dann  ca. 10 Minuten ziehen lassen , absieben und ganz klar, eigentlich muss ich ja nicht schreiben, kühl stellen. Nach ein paar Stunden kommen Eiswürfel und Duftrosenblätter dazu. Diesen Eistee sollten Sie nicht allein genießen, er ist erfrischen und anregend, so das es zu unvergesslichen Gedankenaustausch kommen kann. Vielleicht lösen wir uns an solch wundervollen Sommerabend von starren Strukturen und lassen „unsinnigen Gedanken“ freien Raum. Verhalten kann sich  neu definieren. Wie wäre es wenn wir uns trauten  bei Sonnenuntergang im Regen tanzen, mit Tieren und Pflanzen zu sprechen, Sterne anzulächeln und Bäume zu umarmen. Nun auf dem Papier wirkt das sehr infantil, doch die schönsten Dinge auf dieser Welt lassen sich nur mit dem Herzen erfassen. Und dafür sind die wunderbaren Sommerabende da. Doch auch die Sommertage schenken uns viel.

Ich liebe den Sommer, wenn ich in der flirrenden Mittagssonne den Sommerblumen zuschauen und dank langer Tage abends den Garten pflegen kann. Und auch Sie werden es gemerkt haben, dieses Jahr hält der Garten jeden sehr  auf Trab. Viel und auch oft zu heftiger Regen hat die  frühen Stauden schnell verblühen lassen. Mit starkem Schnitt werden diese bis zum Boden zurück geschnitten. Zweimal blühende Stauden, wie das Sonnenauge, Phlox; Sonnenbraut oder die Bergflockenblume schneidet man ebenfalls zurück, damit sie noch mal austreiben. Hier heißt das Zauberwort remontieren, ach wenn wir uns doch auch manchmal völlig neu präsentieren könnten. Damit  es auch mit dem remontieren klappt geben ich meinen Stauden richtig was zu futtern, eine Schippe Kompost oder was Organisches. Auch sollte man nun die Zukunft planen, denn die Natur hat ihre eigenen Gesetze, während die einen remontieren, wollen die anderen eine einjährige Vorlaufzeit. Die Zweijährigen. Die pfiffigen  Sommerblumen kann man noch bis etwa Mitte des Monats aussäen. Dazu gehören die Bartnelke, Islandmohn, Königskerzen, Stockrose oder der Goldlack. Ohne diese Schönheiten kann und will ein Garten nicht den Sommer zelebrieren Die ausgesäten Zweijährigen, machen ein wenig arbeit, erst säen, dann  pikieren und gut auf die Kinderstube aufpassen, denn so manchen Schleckermäulchen steht Geschmacklich sehr auf unseren Nachwuchs.

Doch gegen die gefräßigen Schnecken kann man sich wehren, am niedlichsten mit der Laufente, ein wahrer Schneckenterminator. Das einigste Problem das sich in der Haltung dieser Tiere ergibt, sie brauchen wegen ihrer Beweglichkeit einen großen Auslauf. Leider kann man sie nicht zum walken mitnehmen Dann haben wir auch noch einen großen Schneckenfeinschmecker den, Igel der leicht im Garten zu locken ist , wenn man Ihm einen Versteckplatz bietet z.B. einen Reiserhaufen.

Aber aufgepasst bitte keine Bierfallen gegen Schnecken verwenden, wenn man Igel im Garten hat. Sie werden sich jetzt schmunzelnd fragen: Aber wieso denn, der Igel wird sich doch kaum übers Bier hermachen? Falsch gedacht, man glaubt es fast nicht, aber es gibt eine Studie über alkoholkranke Igel in England. Ohne Witz! Die Stacheltiere haben offenbar Gefallen an dem Gerstensaft gefunden, werden alkoholabhängig und riskieren dabei ihre Gesundheit. Sie rollen sich nicht mehr zum Schutz vor Hunden, Katzen oder auch großen Vögeln zusammen, so dass sie getötet oder verletzt werden. Also besser kein Bier, aber dafür gemütliche Plätzchen für die niedlichen Mitbewohner im Garten. Das hat noch einen zusätzlichen Vorteil, denn die Verstecke von Igeln benutzen auch gerne Leuchtkäfer. Leuchtkäfer oder Glühwürmchen  ernähren sich von Nackt- und Gehäuseschnecken, welche sie anhand ihrer Schleimspur ausfindig machen können. Eine ausgewachsene Larve kann innerhalb von 30 Stunden eine ganze Schnecke auffressen, auch wenn sie mehr als 12-mal so groß ist! Ist das nicht faszinierend? Und das passiert alles in den Sommernächten, in denen  Mond und Sterne niemals schlafen. Und so kommt es, das der Zauber und die Magie der Natur unsere Herzen zum lächeln bringt..

Impressionen