Das Wesentliche

Das Wesentliche ist in einer Zeit der absoluten, doch in Frage gestellten, Hochzivilisation und vielfältigen Stressfaktoren, die Natur. Doch nicht die „wilde Natur“ lässt uns zur Ruhe kommen sondern oft die bezähmte, ja die eingefasste, geschützte, paradisische Natur. DER GARTEN, der Ort des persönlichen Glücks . Der Begriff Garten leitet sich ethnologisch von Gerte ab. Gemeint sind Weiden-, Haselnussruten oder andere, die früher – ineinander verflochten – den Garten umfriedeten, also in abgrenzten, eben von der Wildnis.
Doch was macht uns im Gärten so glücklich? In meinem Empfinden ist ein Garten der Platz um zu erkennen, dass ich als leidenschaftlicher Mensch die Möglichkeit habe Dinge zu ändern, die ich ändern kann und andere Dinge hinnehmen muss, die eben nicht beeinflussbar sind. In einem Rhythmus eingebunden, den Rhythmus der Jahreszeiten mit den Zeiten des Säens, des Pflegens und des Erntens. Doch das fühlt jeder der einen Garten sein eigen nennt hier kann auch die Eigenbestimmung als Wesen des Glücks angesehen werden. Die Arbeit wird nicht vordefiniert – man entscheidet selber, ob der Garten pflegeleicht oder- intensiv gestaltet wird. Wir Gärtner hören auf unsere Seelen und schaffen geborgene Räume mit Hecken oder offene Räume um den Atem fließen zu lassen – der Garten wird Ausdruck des individuellen Selbstverständnis - siehe dir den Garten an und du weist, wer dort wohnt !
Ebenso ist Geduld im Garten so gut erlernbar – die Pflanze wird gesät, sie keimt, blüht, fruchtet – als dies lässt sich nicht beschleunigen, sondern nur betrachten. Das Bewusstsein für Zeit relativiert sich und dieses ist einer immer hektisch werdenden Außenwelt wundervoll.
So wird der Garten ein Ort der Erdung; des Werdens und Vergehens, ein Abbild auch des menschlichen Lebens und unseren Seins. So wird der Garten nicht nur zum Schmuckwerk des Hauses, nein er ist ein Stück vom verlorenen Paradies, welches und im wohlbehüteten Rahmen Schönheit und Nahrung bietet.
Der Biologe und Philosoph Andreas Weber warnt: „Dem Menschen droht ein emotionaler Verlust, der die Grundstruktur seines Wesens angreift... Weil alle unsere Eigenschaften, auch die ‚menschlichsten‘, letztlich aus einem organischen Boden wachsen, kann sich der Mensch nur dann ganz verstehen, wenn er sich – als Kulturwesen – innerhalb der Natur versteht. Für den Menschen liegt das größte Risiko der Umweltzerstörung darin, dieses Verständnis zu verschütten.“
Drum wird ein andrer Punkt des Gartenglück wichtig. Die Bildung Ein Wesen des Glück ist es Zusammenhänge zu verstehen, die Herkunft der „Lebens-mittel“ zu be-„greifen“ und sich aus der Anonymität der derzeitigen Lebensmittelversorgung zu lösen. Wo können besser Kreisläufe wieder erkannt werden als in dem eigenen Garten.

Impressionen