Natur-Defizit-Syndrom

Eine neue Generation,die Generation welche man heute fast mit einem neunen Krankheitsbild verbindet, eine Generation mit dem Natur-Defizit-Syndrom. Das hört sich auf den ersten Blick eigenartig an, denn unsere Kinder in Deutschland sind ja in eine wohlbehütete Zeit hineingeboren. Doch leider hat auch das viele Gute seine schlechten Seiten. Einmal ist es die virtuelle Welt, welche sich schon bei ganz kleinen Kindern gegen die reelle Welt stellt. Vieles ist verloren gegangen durch die virtuellen Welten in welchen unsere Kinder aufwachsen, Wasser im PC ist nicht nass und Blumen duften nicht. Hier entsteht eine Informationslücke die zur völligen Entfremdung der Natur führen kann. Kindheit heute bedeutet vor dem PC zu sitzen und empathielos zu reagieren wenn es in der virtuellen Welt gefordert wird, ganz gleich ob wir den Gegner erschießen oder Mobbing im Netz betreiben. Die Konsequenzen dieses Handeln sind unbedeutend. Man trifft sich nicht mit Freunden um draußen zu spielen, alle Aktionen am eigenen Körper zu spüren, mal blaue Flecken, Schrammen, nasse Klamotten und zerrissene Hosen zu bekommen. Alles das, was wir als wir jung waren erleben durften, Konflikte haben, lösen, sich versöhnen und in neue Abenteuer abtauchen. Einfach mal Froschlaich, oder Regenwürmer mit nachhause nehmen und kennenlernen und ohne Ekel anfassen. Ruheorte wie ein eigenes Baumhaus, wo Kind sein eine eigene Welt bedeutet und keine Erwachsenen Zutritt haben. Träumen und treiben lassen, Hunger und Durst mal kurzfristig durchstehen und dann mit gesunden Appetit das zu essen was auf dem Tisch kam. Lebendig sein und voller Neugier und Strategien für sich Lösungswege im Spiel draußen zu entwickeln. Kinder sind heute nicht mehr frei, dabei bedeutet Freiheit für uns Menschen eins der höchsten Güter. Lassen wir die Kinder frei werden von Likes bei Facebook und angeblichen Krankheiten. Schaut man sich nur den Verbrauch von ADHS-Medikamenten von 34 Kilogramm (1993) auf 1760 Kilogramm (2011) bei Kindern an, dann versteht man auch die Thesen des Natur-Defizit-Syndrom.
Auch wenn es heute nicht mehr genug Naturräume gibt zum toben, so ist mein Apell: lasst die Kinder in den Garten, lasst sie toben und Ihre Welt pflanzen um auch eine der wichtigsten Eigenschaften des Menschen zu lernen die Empathie.
Lassen wir wieder den Garten zu Ort des wachsen werden.
Freiräume im Garten bedeuten für Kinder ein Stück glückliche Kindheit.
Doch der Garten kann noch viel mehr.
In jeden Garten gab und gibt es ein Stück Familiengeschichte, Bäume werden zur Geburt der Kinder gepflanzt , später folgt der Sandkasten mit Schattenbaum und die Rutsche diese werden wieder entfernt um Platz für die schön gestaltete Sitzfläche für das schöne Glas Wein am Abend zu schaffen. Bleibt eine Familie an einem Ort, so birgt ein Garten viele schöne Erinnerungen. Diese Erinnerungen können ganz bewusst eingesetzt werden, wenn man mit mehreren Generationen in einem Haus lebt und die Großelterngeneration mit in den Garten einbezogen ist. Großeltern können Kindern und Enkeln viel an Erfahrung über die richtigen und wichtigen Arbeiten im Garten mitgeben
Doch nicht nur Kinder sind betroffen von der Indoorgesellschaft. Nein auch viele ältere Menschen teilen Einsamkeit mit dem Fernseher um dann durch die Bewegungslosigkeit schneller zu altern. Körperlich und Geistig.
Warum ändern wir das nicht einfach. Machen wir ältere Menschen zu Naturlehrern und Kinder zu Forschern und Gestaltern
Zusammen stark werden bedeutet auch Rücksicht zu nehmen auf die verschiedenen Lebensphasen, Kinder wollen toben- ältere Menschen weniger.
Doch für Menschen mit nachlassender Kraft bedeutet die Arbeit und das Lehren im Garten Lebensfreude, Selbstwertgefühl und Kreativität, So das Mobilität, Geschicklichkeit und alle mentale Funktionen erhalten und verbessert werden. Für Menschen mit Demenzerkrankung können Gärten, welche Elemente aus Ihrem Leben beinhalten, sehr beruhigend sein, denn an das Elementarste erinnert sich der Mensch. Durch die erlebte Natur, die jahreszeitlichen Aspekte im Garten und die Erinnerungswirkung der Gartenbilder und Pflanzen werden die Sinne positiv angeregt und die Angst vor der Orientierungslosigkeit genommen.
Und damit nicht alles in Vergessenheit wäre es doch wunderschön wenn wir Gernerationsgärten anlegen würden. Überall gibt es die Möglichkeit ob in der Nachbarschaft, in Kleingartenanlagen und vielleicht als Vision „ Lebens-Mittel-Punkte“ in Erinnerung an die alten Dorfgemeinschaftsgärten..
Dann finden alte Gemüsesorten wie Spargelerbse, Gartenmelde, Erdbeerspinat oder die Delikatesskartoffel "Bamberger Hörnchen“ wieder einen festen Platz im Speiseplan.
Laden Sie ihre Eltern und Großeltern oder älteren Nachbarn ein Gartenwissen mit ihren Kindern zu teilen. Mischkulturen, Obstbaumschnitt, Schnittblumenkulturen, natürlicher Pflanzenschutz sind oft völlig normales Handwerk für ältere Menschen.
Ich habe in einem Artikel der Stuttgarter Zeitung ein wunderbares Statement für die Natur gefunden Die Natur erleben heilt körperliche und seelische Wunden. Natur ist ein emotionaler Gegenpol, ein lebendiger Erlebnisraum, ein natürlicher Erfahrungshorizont. In der Natur werden aus Nerds wieder Kids, aus ADHS-Patienten wieder fröhliche Querdenker, aus Stubenhockern wieder abenteuerlustige Entdecker. Kinder haben ein Recht auf Natur, freies Spielen und eigene Erfahrungen. Deshalb – zum Wohle der Kinder und für die Nerven der Eltern

Impressionen